Konkret geht es um die Genehmigung des Vertrags zwischen den drei Gemeinden sowie um einen Verpflichtungskredit von CHF 697’000 für die Durchführung eines Architekturwettbewerbs, weitere Planungskosten und die Überarbeitung der Satzungen der Kreisschule Lotten. Ein Bauentscheid wird damit noch nicht gefällt. Vielmehr soll eine belastbare Grundlage für ein konkretes Projekt geschaffen werden.
Die FDP Rupperswil anerkennt den Handlungsbedarf. Die Schüler- und Klassenprognose zeigt, dass die Kreisschule Lotten langfristig mehr Raum benötigt. Im Schuljahr 2024/25 besuchten 296 Oberstufenschülerinnen und Oberstufenschüler die Kreisschule Lotten in 16 Klassen. Im mittleren Szenario steigt die Zahl bis 2040/41 auf rund 381 Lernende. Daraus ergibt sich ein Bedarf von 21 Klassen und entsprechend zusätzlichen Unterrichtsräumen.
Die heutige Infrastruktur genügt den künftigen Anforderungen nur noch teilweise. Neben dem quantitativen Bedarf geht es auch um pädagogische, organisatorische und sicherheitstechnische Fragen. Ein zentraler Oberstufenstandort kann die Zusammenarbeit der Lehrpersonen verbessern, die Führung vereinfachen, Fachräume besser nutzbar machen und die gemeinsame Schulkultur stärken. Die drei Gemeinden sind nach umfassenden Abklärungen zum Schluss gekommen, dass ein zentraler Standort langfristig die sinnvollste Lösung darstellt. Für Planung und Realisierung wird aktuell mit Gesamtkosten von rund CHF 30 Millionen gerechnet.
Der nächste Planungsschritt ist sachlich gerechtfertigt. Wer ein Projekt dieser Tragweite aber seriös beurteilen will, braucht ein konkretes Projekt, belastbare Zahlen und einen transparenten Vergleich der Varianten. Der Architekturwettbewerb und die weitere Projektierung sollen genau diese Grundlage schaffen. Gleichzeitig darf der Planungskredit nicht als Blankocheck verstanden werden. Die FDP erwartet, dass Kosten, Risiken, Folgekosten und Auswirkungen auf den Finanzhaushalt offen und verständlich ausgewiesen werden.
Die nun favorisierte Variante «Mitte» sieht vor, den neuen Oberstufenstandort im bestehenden Schul- und Verwaltungsareal in Rupperswil zu realisieren. Die Vertiefungsstudie beurteilt diese Variante als robusteste Grundlage für eine etappierbare und langfristig tragfähige Entwicklung. Sie verbindet zentrale Lage, funktionale Kompaktheit und gute Umsetzbarkeit mit der Möglichkeit einer späteren Erweiterung in westlicher Richtung. Zugleich hält die Studie fest, dass die Schulentwicklung zwingend mit der Planung des neuen Gemeindehauses abzustimmen ist.
Gerade diese Abstimmung ist für die FDP Rupperswil zentral. Der Oberstufenstandort betrifft alle drei Verbandsgemeinden. Die Arealentwicklung Gartenstrasse mit Gemeindehaus, Kindergarten und Hort betrifft in erster Linie Rupperswil. Die beiden Vorhaben hängen räumlich eng zusammen. Sie dürfen aber politisch und finanziell nicht vermischt werden. Für die Bevölkerung muss ersichtlich sein, welcher Entscheid welche Kosten auslöst, wer welchen Anteil trägt und welche Folgekosten für Rupperswil entstehen.
Der Plan zur Variante «Mitte» zeigt die Dimension des Vorhabens deutlich. Vorgesehen sind unter anderem die Umnutzung bestehender Gebäude für die Kreisschule, ein Neubau für die Kreisschule, eine Aufstockung, eine neue Doppelhalle, ein Rasenspielfeld, Allwetterplätze, eine mögliche Eventfläche sowie eine Berücksichtigung der Tiefgaragenkapazität für Gemeinde und Schule. Gleichzeitig sind Kindergarten, Hort und Gemeindehaus in unmittelbarer Nachbarschaft in Planung.
Die FDP Rupperswil sieht in dieser räumlichen Bündelung Chancen. Kurze Wege, gemeinsame Infrastrukturen und eine bessere Nutzung bestehender Flächen können sinnvoll sein. Ebenso können Räume frei werden, die künftig der Primarschule zugutekommen. Die offizielle Kommunikation hält fest, dass durch die Bündelung der Oberstufe an einem Standort in den bestehenden Schulgebäuden Räume frei werden, die bei Bedarf für die Primarschule genutzt werden können.
Gleichzeitig bestehen Punkte, die im weiteren Verfahren präzise geklärt werden müssen. Dazu gehören die Erschliessung, die Schulwegsicherheit, die Trennung von Fuss- und Veloverkehr sowie Feuerwehrzufahrt, die Parkierung, die Auswirkungen auf Vereine und Sportnutzungen, die Bauphase, die Etappierung und die langfristigen Erweiterungsoptionen. Die Vertiefungsstudie verlangt ausdrücklich ein klares internes Wegenetz, eine sichere Führung der Schülerinnen und Schüler sowie eine Abstimmung zwischen Schulbetrieb und Einsatzverkehr.
Die FDP Rupperswil verlangt zudem eine klare Grundstücksstrategie. Die Vertiefungsstudie empfiehlt zu prüfen, ob die Gemeinde die Parzellen 1484 und 1274 erwerben soll, um zusätzliche Entwicklungsspielräume zu sichern. Solche Fragen sind für die langfristige Arealplanung wichtig. Sie haben aber finanzielle und politische Bedeutung und müssen deshalb transparent behandelt werden.
Die FDP Rupperswil wird die Vorlage deshalb konstruktiv prüfen. Sie unterstützt eine starke Oberstufe in der Region und anerkennt die Vorteile eines zentralen Standorts in Rupperswil. Zugleich steht sie für finanzielle Disziplin, eine klare Priorisierung und eine offene Information der Bevölkerung ein. Rupperswil soll investieren, wenn die Lösung langfristig überzeugt. Rupperswil soll aber klug investieren.
Für die FDP Rupperswil stehen im weiteren Prozess folgende Anforderungen im Vordergrund.
- Erstens braucht es volle Kostentransparenz über Baukosten, Planungskosten, Betrieb, Unterhalt, Finanzierung und Auswirkungen auf den Steuerfuss.
- Zweitens braucht es eine klare Trennung zwischen dem Projekt Kreisschule Lotten und der Arealentwicklung Gartenstrasse.
- Drittens braucht es eine realistische Etappierung, damit Schule, Vereine, Anwohnerschaft und Gemeindebetrieb während der Bauphase tragbar belastet werden.
- Viertens braucht es eine saubere Beschaffung und einen fairen Architekturwettbewerb.
- Fünftens braucht es eine Kommunikation, die kritische Fragen ernst nimmt und früh beantwortet.
Die FDP Rupperswil empfiehlt, den nächsten Planungsschritt als Chance zu nutzen. Der Verpflichtungskredit darf jedoch nur der Anfang einer sorgfältigen Prüfung sein. Am Ende muss ein Projekt vorliegen, das pädagogisch überzeugt, verkehrlich funktioniert, finanziell tragbar ist und Rupperswil als Gemeinde stärkt.
Wir freuen uns auf die anstehende Informationsveranstaltung zum zentralen Oberstufenstandort der Kreisschule Lotten vom 13. Mai 2026 um 19.00 Uhr in der Sporthalle Rupperswil sowie auf die ordentliche Informationsveranstaltung zur Gemeindeversammlung vom 26. Mai 2026 im Aarehaus, bei der die Arealentwicklung Gartenstrasse mit Gemeindehaus, Kindergarten und Tagesstrukturen im Zentrum stehen wird, und wir setzen uns für einen offenen, sachlichen und konstruktiven öffentlichen Dialog ein.
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